Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Bundesverband e. V.

Untere Königsstr. 86 • 34117 Kassel • Tel. 0561 780413 • Fax 0561 711282

Hier finden Sie einen Freundeskreis in Ihrer Nähe: [bitte klicken]

Wie Chancen nahtlos genutzt werden können

Workshops zur Zusammenarbeit mit der beruflichen Suchthilfe im Saarland.

In diesem Text geht es um die erste Workshopreihe des Projekts "Chancen nahtlos nutzen - konkret!".

Ziel des Projekts ist, die Zusammenarbeit zwischen Sucht-Selbsthilfe und der beruflichen Suchthilfe zu verbessern.

Wie können betroffene Suchtkranke und Angehörige möglichst nahtlos den Übergang in die Selbsthilfe schaffen? In der ersten Workshop-Reihe ging es um die Zusammenarbeit mit den stationären Einrichtungen. Die Freundeskreise organisierten zwei Workshops im Saarland in Wallerfangen. Daran waren 15 aktive Ehrenamtliche aus der Selbsthilfe beteiligt.

Die psychiatrische Einrichtung in Wallerfangen und die Workshops
Mehrere kleine Gebäudeverteilen sich über das Gelände. Die Eingangshalle der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapiedes Sankt Nikolaus-Hospitalsder Sophienstiftungim saarländischen Wallerfangen erinnert eher an eine Kurklinik als an eine psychiatrische Einrichtung. Matthias Karczewski, Diplom-Pädagoge und Leiter der Suchtgruppe, empfängt die 15 Teilnehmenden des Workshops im Projekt "Chancen nahtlos nutzen -konkret!" mit großer Offenheit. Die Fachklinik ist Kooperationspartner für die beiden Workshops im Rahmen des Projekts "Chancen nahtlos nutzen -konkret!", die von den Freundeskreisen organisiert wurden.

An zwei Wochenenden Ende Oktober 2013 und Anfang Februar 2014 brachten Ehrenamtliche aus allen fünf Verbänden ihre Erfahrungen und ihr Wissen ein. Gemeinsam mit dem Leiter der Suchtgruppe der Psychiatrie sowie untereinander diskutieren sie, wie Selbsthilfe sich erfolgreich präsentiert. Dies sowohl bei den "Profis" als auch vor allem bei den Patient(inn)en. Die Ergebnisse werden in eine Handreichung einfließen. Sie soll den Gruppen der Selbsthilfe ganz konkrete Tipps für eine bessere Zusammenarbeit geben. Geplant sind für 2015 auch Transfertagungen, mit denen die Ergebnisse in den einzelnen Verbänden bekannt gemacht werden.

Die zwei Workshopreihen im Projekt: Stationär und ambulant
So wie in Wallerfangen fanden in Magdeburg und Bremen weitere Workshopreihen statt. An diesen drei Orten ginges um die Zusammenarbeit mit der stationären Suchthilfe. In der zweiten Hälfte des Jahres 2014 beginnt eine weitere Workshopreihe zur Zusammenarbeit mit der ambulanten Suchthilfe. Die Workshops in Magdeburg organisierte das Blaue Kreuz in Deutschland, Kooperationpartner war eine Fachklink. In Bremen organisierten die Guttempler die Workshops, sie arbeiteten mit einer Tagesklinik zusammen. In allen Workshops bringen Ehrenamtliche aller Verbände, auch der Freundeskreise, ihr Wissen ein.

Besonderheiten der Patient(inn)en in der Entgiftung
In einer psychiatrischen Einrichtung trifft die Selbsthilfe auf Menschen in der Entgiftung. In der Fachklinik in Wallerfangenhalten sich die Patient(inn)en im Rahmen der qualifizierten Entgiftung nur kurz auf, gerade einmal zehn bis 14 Tage. Ihr körperlicher Zustand ist meist erst einmal schlecht. Sie sind unkonzentriert und können sich ein Leben ohne Suchtmittel kaum vorstellen. Im Mittelpunkt der beiden Wochenenden in Wallerfangen standen Fragen wie:

  • Was bedeuten die Besonderheiten in der Psychiatrie für die Selbsthilfe?
  • Wie kann sie diebetroffenen Suchtkranken und die betroffenen Angehörigen in einer solchen Einrichtung am besten erreichen?
  • Welche Botschaften sind wichtigund wie vermittelt man sie am besten?
  • Wie muss die Zusammenarbeit mit der Einrichtung aussehen, damit die Kooperation gut funktioniert?

Sie wurden nicht nur theoretisch diskutiert. Sie konnten praktisch erprobt werden bei einer Vorstellung der Selbsthilfe vor Patient(inn)en sowie einem Gespräch mit dem Chefarzt, dem Leiter der Suchtgruppe und einer Krankenschwester, die Ansprechpartnerin für Angehörige ist. Der Leiter der Suchtgruppe, Matthias Karczewski, schätzt an der Selbsthilfe vor allem:

  • dass sie Menschen langfristig im Alltag begleitet,
  • dass in den Gruppen der Selbsthilfe Menschen aus eigener Erfahrung und Betroffenheit sprechen.

DieTeilnehmenden des Workshops in Wallerfangenschätzten vor allem die verbandsübergreifende Zusammenarbeit und den Austausch im Workshop, der für allewertvoll und bereicherndwar. Denn über das Ziel ihres ehrenamtlichen Engagements herrschte Einigkeit: Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen, die von Sucht betroffen sind.